Zwischenbericht zur Befragung zum Verkehrsentwicklungsplan

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Seit unserem Bürgertreff am 17.01.2019 führen wir kontinuierlich Befragungen zum Verkehrsentwicklungsplan und den darin enthaltenen Eckpunkten bei der Bevölkerung durch. Dadurch möchten wir einen Überblick über die von den Bürgern als wichtig eingestuften Maßnahmen erhalten. Nach nunmehr einem Monat möchten wir bis zu den Wahlen regelmäßig über den Stand der Befragungen berichten:

  • Ein hoher Anteil (62%) befürwortet eine Verkehrsberuhigung, die sowohl die untere Poststraße wie auch die Rathausstraße umfasst. Die kleine Lösung (nur untere Poststraße) befürworten weitere 36%. Insgesamt ergibt sich eine Quote von 98% für eine erweiterte Fußgängerzone im Innenstadtdreieck. Dabei erwarten die Völklinger auch die Einrichtung kostengünstiger oder kostenloser Parkplätze im Randbereich der Innenstadt und die Überarbeitung des Preistableaus für das City-Parkhaus.
  • Insgesamt 85% der Befragten sprechen sich für die flächendeckende Umsetzung von Tempo-30-Zonen in reinen Wohngebieten aus. Auf Hauptstraßen soll dies lediglich an neuralgischen Punkten (Schulen, Kindergärten, Ortszentren) und auf Basis von Kernzeiten
    geschehen.
  • Die kleinen Kreisel werden von einem überwiegenden Teil der Bürger positiv gesehen. Einen Rückbau fänden lediglich 28% gut.
  • Die Verkehrsführung im Karolinger Kreisel (79%) und im Innenstadtbereich (70%) sollte im Zuge der Verkehrsberuhigung überdacht werden.
  • Eine strengere Kontrolle des ruhenden und fließenden Verkehrs fordern 80% der Befragten – mit entsprechenden Maßnahmen bei Verstößen.
  • Den Ausbau des ÖPNV und die Überarbeitung der Preisstruktur (Vergünstigungen für Schüler, Pendler und Senioren) fänden 60% der befragten Völklinger gut.
  • Der Übergang vom Weltkulturerbe zur Innenstadt muss modernisiert und optisch aufbereitet werden. Dies erwarten 78% der Befragten. Dabei sollte auch der Bahnhofsplatz als “Tor zur Stadt” (Uni Kaiserslautern) attraktiver gestaltet werden.
  • Und nicht zuletzt meinen 2/3 der Bevölkerung, dass diese ganzen Maßnahmen nur dann greifen, wenn deren Umsetzung von einem überarbeiteten Sicherheitskonzept begleitet wird. Dazu gehören beispielsweise eine stärkere Fußstreife und Videoüberwachung, welche den Wohlfühlfaktor in der Innenstadt massiv anheben.

Die Auswertung unserer Befragungen wird monatlich aktualisiert! 

Gibt es einen praktischen Nutzen aus dem Verkehrsentwicklungsplan und der Präsentation der Uni Kaiserslautern?

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Foto: Jürgen Bennoit

Seit Jahren war ein Ingenieurbüro aus Darmstadt damit beschäftigt und von der Stadt Völklingen dazu beauftragt, einen Plan zur weiteren Entwicklung der Verkehrswege in Völklingen zu erstellen. Dieser wurde im Laufe der vergangenen Monate aufgrund heftiger Interventionen interessierter „Kreise“ so abgeändert, dass nur noch wenig vom ursprünglichen Plan der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt übrig geblieben ist. Eine Erweiterung der Fußgängerzone um die „Untere Poststraße“ und eventuell gar der Rathausstraße sind vom Tisch. Stattdessen ist die Umkehrung der Fahrtrichtung in der Poststraße ab Ecke Bismarckstraße und die Erweiterung der Bismarckstraße zur Nutzung in beide Fahrtrichtungen geplant – eine verkehrstechnische Katastrophe, die nicht zu einer Beruhigung, sondern einer Erhöhung der Fahrzeugfrequenz in der Innenstadt sorgen wird. Dies dürfte jedoch durchaus im Sinne einiger weniger Personen sein, die im unteren Bereich der Poststraße ihr Gewerbe betreiben. Das Problem hierbei ist lediglich, dass man in der Stadtverwaltung seit Jahren auf diese Interventionen Rücksicht nimmt, ohne dass eine Besserung eingetreten wäre. Sonderbar, dass es in Völklingen für solche Fehlentwicklungen offensichtlich keine Konsequenzen gibt.

Die Studenten der Uni Kaiserslautern haben in ihrer Abschlusspräsentation viele interessante Anregungen gegeben, wovon viele allerdings entweder nur sehr langfristig (Eventpark) oder mit rechtlichen Problemen (Eigentumsfrage) umzusetzen sind. Zudem wurden den Studenten Vorgaben gemacht (VEP nach letztem Stand), die selbst bei diesen Zweifel, bzw. Erstaunen hervorgerufen haben (Fußgängerzone?). Andere Ideen (Leerstandsmanagement) wurden in der Vergangenheit von den Entscheidern bereits abschlägig beschieden. Zudem wurden Projekte vorgestellt, bei denen eine Umnutzung bereits in die Wege geleitet wurde und damit der Vorschlag oder die Idee „ad absurdum“ geführt wurde.

Schade um die Chance, die man – durch die offene Aufnahme von Vorschlägen Ortsfremder – hätte nutzen können, verstreichen lässt.

WIR BÜRGER Völklingen werden nach Abschluss unserer Befragungen die Ergebnisse und Erkenntnisse, rechtzeitig vor der Wahl, veröffentlichen!

Eckpunkte des Arbeitskreises Verkehr und Sicherheit

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Folgende Eckpunkte werden derzeit in unserem Arbeitskreis Verkehr und Sicherheit ausgearbeitet. Für Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind wir sehr dankbar:

  • Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen in Wohngebieten.
  • Umsetzung der möglichen Verkehrsüberwachung durch die Stadtverwaltung, sowohl des ruhenden wie auch fließenden Verkehrs. Die derzeitigen Defizite reichen von wildem Parken über Geschwindigkeitsübertretungen und Rotlichtverstößen bis hin zur Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern.
  • Die Nutzung des Karolinger Kreisels, der mit der derzeitigen Verkehrsführung unzweckmäßig und nicht zielführend gestaltet ist.
  • Rückbau der “kleinen Kreisel”, die von vielen Fahrzeugführern einfach ignoriert werden und dadurch eher zu einer erhöhten Gefährdung führen. Zudem sind diese Kreisel (wie Moltke- und Kühlweinstraße) für Busse und LKW ein unnötiges Hindernis.
  • Verkehrsberuhigung im Kernbereich der Innenstadt und dadurch echter Gewinn an Attraktivität für Besucher und Lebensqualität für Anwohner (Fußgängerzone Poststraße/Rathausstraße?).
  • Neugestaltung des Übergangs vom Weltkulturerbe zur Innenstadt (Unterführung Bahn und Globus). Dieser Punkt wurde von Stephan Tautz bereits im Bürgermeisterwahlkampf aufgegriffen. Es ist kaum nachvollziehbar, weshalb hier über Jahre kein Vorankommen zu sehen ist, da die Verbindung zwischen Innenstadt und Weltkulturerbe einer der wichtigsten Aspekte für die Mittelstadt Völklingen darstellt (Tourismus und Wirtschaft).
  • Unter Sicherheitsaspekten ist die Schaffung einer Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt elementar wichtig. Wenn eine Innenstadt verschmutzt erscheint, wenig attraktiv und ab einer bestimmten Uhrzeit für alle Mitbürger kaum noch zumutbar ist, dann besteht Handlungsbedarf. Hier stellt sich die Frage einer Verstärkung der bestehenden Fußstreife durch die Sicherheitsdienste, die zusätzliche Beleuchtung kritischer Stellen bis hin zur Videoüberwachung.